Norddeutsche lernen die Uhr zu lesen...

Beiträge und Meinungen
zum Thema Dreiviertel-Viertel Uhr




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Dreiviertel-Viertel Sieben Uhr in 30 sec. erklärt Zur Startseite

Weitere Erläuterung der Dreiviertel-Uhrzeit-Problematik Warum das Ganze?

Weitere Erläuterung der Dreiviertel-Uhrzeit-Problematik Dreiviertel-Viertel-Uhrzeit-Karte

Links zum Thema zeit im weitläufigeren Sinne Weiterführende und kuriose Links zum Thema Uhr und Zeit



10 November 2009 - 11:39

Pirmasens

ManfredV


Ich bin gestern beim Recherchieren auf diese Seite gestoßen und finde sie Klasse. Ich interpretiere sie als humorvolle und augenzwinkernde Auseinandersetzung mit der "Zeitfrage". Täusche ich mich, oder sehen manche Norddeutsche die Sache etwas zu ernst?
Anlass für mich war ein dpa-Artikel zur Wiedervereinigung, wo unter "Relikte der DDR" diese Zeitrechnung genannt wurde als "ostdeutsch", die für "Westdeutsche" verwirrend sei. Da musste ich als Exil-Franke in der Pfalz doch deutlich darauf hinweisen, dass "Viertel Drei" und "Drei Viertel Drei" eine legitime Zeitrechnung ist und auch weitverbreitet im Süden ist. Soweit ich weiß, ist es die klassische Zeitangabe der Oberdeutschen Dialekte und Mundarten (also Bayern, BaWü, Sachsen, Thüringen), aber wie man aus der Verteilungskarte sieht, auch im Norden der Ex-DDR verbreitet. Wenn, dann läuft die Grenze zwischen beiden eher schräg von Nordost nach Südwest.
Jetzt könnte man einiges zum Verhältnis Hochdeutsch - Mundart - Dialekte sagen, aber das führt nur zum ewig aten Konflikt Preußen contra Süddeutsche und besonders Bayern, daher lasse ich es.
Nur soviel: beide Zeitangaben sind ihm jeweiligen Kontext ihrer Mundarten bzw. Dialekte richtig und stehen auch im Hochdeutschen gleichberechtigt und korrekt nebeneinander.

Du täuschst dich nich...
Genau so ist sie gedacht ;)




23 Oktober 2009 - 03:26

Karlsruhe

georg brueckel  Email


Salü bisamme!

Ich kann nicht verstehen wie die Schweizer auf die Idee kommen, in Deutschland spräche man Hochdeutsch. Ich wollte es wäre so. Sie sollten ab und zu mal nach Deutschland gehen und sich unters Volk mischen (nicht unter akademische Fachkollegen). Ich hatte als Elsässer auch diese Vorstellung. Wenn ich nicht anfänglich im Studentenwohnheim gewohnt hätte und stattdessen mitgekriegt hätte, was die Masse der Deutschen wirklich spricht, so hätte ich fluchtartig das Land verlassen. Leider wusste ich nicht, dass die seltsame und uohgnehme Sprache vom Affen und vom Pferd deutscher Standard ist.

Die Deutschen sprechen nämlich keineswegs Hochdeutsch außer in manchen Kreisen wie Uni... Aber selbst da sind wir noch Lichtjahre von wirklichem Hochdeutsch entfernt. Grundsätzlich kein Deutsch sprechen die Schwaben. Und wenn ich eine Diskussion im Fernsehen sehe, wo Schweizer und Schwaben teilnehmen, so ist mir das Hochdeutsch der Schweizer wesentlich angenehmer als das Halbhochdeutsche der Schwaben, die ihren Dialekt mit sich herum tragen, wie wenn sie immer und überall sagen wollten „Ich bin stolz ein Schwabe zu sein und meine Sprache ist internationaler als Französisch und Englisch zusammen. Die Welt soll sich an meinem Schwäbisch laben“.

Als Nordelsässer habe ich eine Muttersprache, die dem Schriftdeutschen im Vergleich zu den deutschländischen Dialekten von der Aussprache sehr nahe kommt, was ich nie geglaubt hätte, wenn man mir das vor vielen Jahre erzählt hätte.

Eine Kostprobe: „Ein Bein“ wird in minnere Sproch so wie auf (Hoch)Ditsch ausgesprochen. Dies wird im ganzen Süddeutschen Raum vom normalen Fußvolk für mich unerträglich ausgesprochen: „Äh Bäh“ in der Pfalz, „Oi Boi“ oder „Ai Bai“ in den diversen BadWü-gischen Dialekten, „Oa Boa“ in Bayern. Das Fehlen des „ge“ des Partizips ist für mich unerträglich... Einmal habe ich im Südschwarzwald am Titisee vergeblich das Herren-Cabinet gesucht. Das war nämlich mit „Mali“ beschriftet. Woher soll ich wissen, das ein Mah oder Moh ein Mann ist (Mali würde somit in meiner Sprache Mannel heißen) ? Aber diese Verstümmelung scheint in ganz BW, Pfalz, Bayern. Hessen... verbreitet zu sein. So meinte mal ein Bayer: „E Moh ohne Boach is koah richtger Moh“. Er wiederholte mehrmals. Ich kapierte nicht und fragte irgendwann, was ein Moh sein soll ! Daraufhin meinte er, es wäre noch ein langer Weg, bis ich richtig Deutsch könne. Da sind die Deutschen nämlich nicht zu schlagen, wenn sie mir Deutsch beibringen können.

Ich könnte ewig so weiter machen...

Wenn ich tagtäglich diese degenerierten Dialekte höre, ärgere ich mich umso mehr, dass ich nicht französischsprachig bin und als Kind in einem winzigen Dorf keine Möglichkeit hatte, diese Sprache zu lernen. Für die arroganten Deutschen bin und bleibe ich sowieos nur „oi“ Franzos.

Ich verstehe nicht, warum die Deutschen in der EU immer Ansprüche für ihre Sprache stellen. Sie sollen doch zuerst selber Deutsch reden. Wo sind die 100 Millionen Deutschsprachigen? Ich seh fascht koi oiziger (ich mähn „käh ähziger“ oder „koah oaziger“). In minnere Sproch: Ich seh ken ainzicher.

Und die Schweizer meinen die Deutschen reden Deutsch... Diese Unkenntnis kommt vermutlich auch daher, dass gerade die Deutschen, die in die Schweiz ziehen, wohl eher zur kleinen Minderheit der Deutschen gehört, die auch in Deutschland passables Deutsch spricht.

Französisch - so meine zu späte Erkenntnis - das ist eine wirkliche Sprache. Versteht man einen Franzosen, so versteht man alle immer und überall... Deutsch dagegen ist in der Praxis nur ein Sammelsurium von Kleinsprachen, die untereinander nicht verständlich sind.

Gruß




20 Oktober 2009 - 15:09

Athen

Hajo  
www.orwo.de.ms
Email


Die "Viertel-vor-" und "Viertel-nach-Sager" müßten konsequenter Weise auch "Halb-vor" oder "Halb-nach" sagen.

Hajo
Athen

Ähm... Sag ich doch...




13 Oktober 2009 - 13:47

Beuth


Habe gerade auf Lindas Beitrag hin nach "... ein halb Uhr" gegoogelt. Es kommen massenhaft Einträge, beim ersten drüber schauen scheinen es ältere Texte zu sein. Es scheint demnach zu n*UR Großvaters (-mutters) Zeiten die Schreibweise "7 ein halb Uhr" gegeben zu haben. Ebenfalls findet man "7 und ein halb Uhr" was meines erachtens eindeutig 7:30 Uhr bedeutet. Habe leider nicht die Zeit aber etwas Recherche von interessierter Persohn währe sicher interessant und würde das Thema hier gut ergänzen...




20 September 2009 - 02:29

Stendal (Sachsen- Anhalt)

Jodelhase  Email


Tolle Seite zu einem Thema, das mich schon lange bewegt.
Klar ist, dass eigentlich jeder so spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Als 3/4 und 1/4- Sager kann ich aber auch, wenn ich mit Nord/Westdeutschen zu tun habe, auf die 1/4- vor und- nach- Variante zurückgreifen und tue das dann auch um Missverständnissen vorzubeugen.
Allerdigngs habe ich dabei immer ein unangenehmes Gefühl, weil ich diese Ausdrucksweise überhaupt nicht mag. Das liegt daran, dass mein Vater, der aus Danzig stammte, in dieser Zeitangabe sprach, was ich als Kind für irgendeinen altmodischen halbpolnischen Kram hielt. Ansonten haben wohl beide Varianten gleichviel Logik. Der Bezugspunkt ist ja nur ein anderer. 3/4 ist ja nun mal 1/4 vor einem Ganzen und eine viertel Stunde nach null Uhr ist ist mit einem Viertel der ersten Sunde des Tages gleichzusetzen! Komp liziert ausgedrückt aber dennoch ganz einfach!




17 September 2009 - 13:01

Christian


Tanja schrieb:
"Trotzdem ist es doch tatsächlich so, daß die Viertel-Dreiviertel Variante immer wieder erklärt weden muß, und die Vor-Nach Variante nicht, weil ein jeder sofort weiß, um welche Urzeit es sich handelt !"

Für den Umstand, dass die Viertel- Dreiviertel Variante immer wieder erklärt werden muss und die andere eben nicht, gäbe es eine einfache, aber auch bissige Erklärung.

Nicht für ungut

Gruß




24 August 2009 - 18:37

Reinbek

Tanja  Email


Hallo,

ich habs, ehrlich gesagt, erst jetzt so richtig verstanden !

Ich hab mir auch viele Beiträge durchgelesen.
Mir ist aufgefallen, daß die Viertel-Dreiviertel Variante immer wieder erklärt werden mußte - und dieser Umstand führte auch zu dieser ( wie ich finde ) sehr guten Seite.
Die Viertel-Dreiviertel Befürworter vertreten sehr stark ihre "logische" Variante.
Es hat sich beim Durchstöbern der Beiträge bei mir der Eindruck verstärkt, daß sie sie auch sehr stark erklären müssen.
Die Seite, die ganz ausführlich, die Vor-Nach Variante erklären muß habe ich noch nicht gefunden...
Ich lebe mit Vor-Nach Uhrzeiten, weil ich es nicht anders gelernt habe - aber die Kuchen Erkärung hat auch endlich bei mir "gewirkt".Deswegen werde ich aber nicht von meiner Uhrzeitangabe abweichen!
Jeder sollte so seine Zeit benennen, wie es ihm beliebt - und er in seinem Umfeld auch verstanden wird. Ich weiß nicht, wie ich meine zeit benennen würde, wenn ich in einer Viertel-Dreiviertel Ecke Deutschlands leben würde, vielleicht passt man sich dann der Einfachheit lieber an ...
Trotzdem ist es doch tatsächlich so, daß die Viertel-Dreiviertel Variante immer wieder erklärt weden muß, und die Vor-Nach Variante nicht, weil ein jeder sofort weiß, um welche Urzeit es sich handelt !

Ganz liebe Grüße aus dem Norden




23 August 2009 - 18:28

Florian


Hallo,
im Zuge einer erziehungswissenschaftlichen Hausarbeit (!) in der die "Nordvariante" eine kleine, unbedeutende Rolle spielt, jedoch vom Autor in einen absolut Zusammenhang benutzt wird, bin ich auf diese Seite gestoßen.
Ich habe soeben Matthias Ausführungen dazu gelesen.
Ich verstehe seine Denkweise nur bedingt.

Vorweg, jeder darf und soll die Uhrzeit sagen wie er oder sie es will!!!

Die Süd-Ost-Variante geht immer von einem angebrochenem Ganzen aus (also von der angebrochenen Stunde).
Zeitstrahl hin oder her...am Ende steht die vollendete Stunde. Sie ist das zu erreichende Ganze.
Warum sollte man ein Viertel dessen an den vermeintlichen Bezugspunkt anlegen (egal in welche Richtung)?
Ist das Ganze erreicht (eben eine Stunde), bricht das nächste an (die darauffolgende Stunde des Tages).
Wenn wir einen Zeitstrahl haben, so ist das nächste erreichbare Ganze der Bezugspunkt. Die "verbrauchte" Menge des Ganzen liefert die Orientierung. Man hat beispielsweise ein Viertel der Siebten Stunde des Tages verbraucht, verbracht oder wie auch immer. Also, Viertel 7.
Sollte man derart an die Uhrzeit herangehen, ist es umständlicher zu sagen,
ein Viertel des angebrochenen Ganzen (7. Stunde des Tages) ist jetzt nach dem letzten "verbrauchten" Ganzen (6. Stunde des Tages) angebrochen. Viertel nach 6.




17 August 2009 - 10:09

Magdeburg

Karola


Ich bin z.Z. Referendarin in einer gymnasialen Oberstufe und auf der Suche nach Unterrichtsstoff auf diese Seite gestoßen. Im Kollegium kam vor wenigen Tagen dieses Thema zur Sprache und ich denke es ist interessant ein solches Thema mal in meinen Deutschunterricht einfließen zu lassen. In Zerbst aufgewachsen, ist für mich die -Dreivierteldenkweise- in Fleisch und Blut übergegangen, aber auch die hier beschriebene -norddeutsche Denkweise- ist für mich leicht nachvollziehbar und ich ertappe mich auch mehr und mehr dabei, dass ich dazu übergehe sie selbst immer öfter anzuwenden.

Die hier von Matthias aufgeführte Betrachtungsweise war für mich auf den ersten Blick erstmal ungewohnt, denn so zu denken habe ich bisher nie müssen. Betrachtet man die Angabe rein von den Daten, oder wie dort beschrieben -aus mathematischer Sicht-, ich nenne es mal -informeller Sichtweise-, hat Matthias auf eine Weise sicherlich recht. Ich setze aus Gewohnheit die Zeit zurück und bewege mich auf die volle Stunde zu. Ich führe immer einen Denkschritt vor der eigentlichen Zeitangabe aus. Das stimmt schon und für einen -Nichtkenner- mag das ein wenig befremdlich klingen.

Eine gewisse Logik steckt meiner Meinung in beiden Systemen, wenn auch zugegeben die eindeutigere Lösung die besser beschreibende Zeitangabe wie z.B. Viertel vor Fünf oder Viertel nach Fünf ist. Objektiv gesehen ist die Angabe -Viertel Sieben- etwas schwammig und auf den ersten Blick mag es für einen Außenstehenden wirklich ein wenig unlogisch oder besser undefiniert erscheinen. Es ist einfach eine Gewohnheitssache damit umzugehen. Wenn man es weiß und das Gegenüber auch, ist es einfach. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und tut sich schwer, wenn er von seiner Gewohnheit abweichen soll. Das gilt in diesem Fall auch für eine etwas -abgesetzte- Betrachtungsweise. Aber jeder halbwegs intelligente Norddeutsche kann bei richtiger Erklärung auch etwas mit der -Dreivierteldenkweise- anfangen, wie im vorstehenden Beitrag auch deutlich zum Ausdruck kam. Wie beschrieben, hinter beiden Systemen steckt eine Logik.

Die Erklärung mit dem Zeitstrahl oder der Zeitachse und dem Bezugspunkt finde ich persönlich sehr gut.

PS: Es ist schon komisch wie einige Leute reagieren. Ich möchte mal ein Lanze für die Norddeutschen brechen. Sie werden oft als stur bezeichnet. Ich habe mittlerweile viele Freunde die aus Norddeutschland stammen und ich finde sie sind genau das Gegenteil von dem was üblicherweise immer behauptet wird. Sie sind sicherlich anfangs eher zurückhaltend und abwartend, aber ehrlich, offen und nicht oberflächlich. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass viele von meinen ostdeutschen Nachbarn die eigentlichen Sturköpfe sind und meinen an alten Gewohnheiten festhalten zu müssen. Gerade bei älteren Generationen war früher alles besser und das war es mitnichten. Ich bin froh und stolz in Ostdeutschland aufgewachsen zu sein, aber ich bin ebenso glücklich in einem freidenkenden und offenen Deutschland zu leben.

Lieber Matthias. Arrogant ist derjenige, der keine andere Meinung zulässt und meint alles besser zu wissen und nicht Willens ist, seinen Blickwinkel ein wenig zu erweitern. Du tust das offensichtlich nicht, also lass dich nicht unterkriegen. Vielen Dank für deine Erläuterungen, sie werden garantiert in meinen Unterricht einfließen, wie auch einige andere gute Beiträge. Ebenfalls Danke den Erstellern und Moderatoren dieses Forums.

PSS: Kein Wunder das du eine ostdeutsche Frau hast, sie sind ja auch die Besten! ;-)))))))))))))))

Hallo Karola,
als Thema für einen Unterrichtsstoff, scheint mir diese Angelegenheit durchaus würdig. Auch wenn der erste Eindruck einem das vielleicht nicht vermuten lässt.

Es wird ja nicht nur ein mathematischer Umstand deutlich, der einer Auseinandersetzung auf logischer Ebene in aller Konsequenz lohnt, man kann hier durchaus auch geschichtlich, sprachentwicklungs-technisch oder soziologisch an die Sache gehen und wohl weit am Bedeutensten, die Auseinandersetzung mit der Toleranz.

Ich denke, wenn Dir der Beitrag von Matthias gefallen hat, könnte dir auch meine Antwort auf seinen Post tiefere Einsicht in die dahinterstehende Logik vermitteln.

Jedenfalls behaupte ich das jetzt einfach mal so, lasse mich aber weiterhin gerne, plausibel eines "besseren" belehren, wenn dies so sein sollte.

Übrigens, könnte ich mir vorstellen erarbeitetes Unterichtsmaterial zu diesem Thema hier bereit zu stellen, für andere Lehrer oder in welcher pädagogischen Angelegenheit auch immer. Natürlich nicht unter meinem Namen, wenn sich schon ein anderer die Mühe macht.

Das müsste sich doch so gestalten lassen, dass Lehrer aus verschiedenen Unterrichtsfächern sich diesem Thema aus verschiedenen Perspektiven annehmen können, aber eben übergreifend, ein anderer wiederum vielleicht nur seinen Blickwinkel erörtern kann. Vielleicht ergibt sich ja mal sowas in kommender Zeit.

Lieben Gruß Ronald




16 August 2009 - 02:21

Weyhe

Matthias


Tagchen !

Ich komme aus einer Region um Bremen und habe eine Frau aus Brandenburg. Oftmals kam es anfangs zu Verständnisproblemen, da mir die 'Ost-Südvariante' nicht bekannt war (obwohl ich beruflich wie auch privat schon von Kindesbeinen an mit Menschen aus dem Süden zu tun hatte und nach dem Verfall der DDR und dem überfälligen Mauerfall endlich auch mit tollen Menschen aus dem Ostteil Deutschlands !). Dieses 'Ossi-Wessi-Geschnatter' mag ich übrigens überhaupt nicht, auch wenn ich mir schon anhören musste, wie arrogant die Menschen im Norden sind, dass sie die logisch'ste' Variante die Uhrzeit zu nennen nicht annehmen wollen. Starker Tobak, wie man hier sagt und nicht sehr nett!

Ich habe mir einige Beiträge auf diesen Seiten angeschaut (natürlich nicht alle) und möchte auf meine Weise versuchen mich dem Thema zu nähern. Eine gleichartige Herangehensweise habe ich bei der schnellen Durchsicht der Seiten nicht gefunden.

Ich halte fest:

6:00 Uhr = Sechs Uhr = Sechs Uhr
6:15 Uhr = Viertel Sieben = Viertel nach Sechs
6:30 Uhr = Halb Sieben = Halb Sieben
6:45 Uhr = Dreiviertel Sieben = Viertel vor Sieben
7:00 Uhr = Sieben Uhr = Sieben Uhr

Um es gleich vorweg zu nehmen: mir ist natürlich mittlerweile bewusst, wenn ein Mensch aus Süd und Ost 'Dreiviertel Acht' sagt, hierbei 'Viertel vor Acht' meint. Aber ganz so logisch wie hier immer getan wird ist das freilich nicht!

Offensichtlich wird zur Erläuterung der 'Süd-Ostvariante' immer die Kuchenteilung und das volle und leere Glas als einzige Logik herangezogen. Ist das denn die ganze Wahrheit ?
Muss nicht neben der Kuchenteilung auch der Bezugspunkt einer Skala mehr Berücksichtigung finden ? Mathematik ist üblicherweise immer logisch. So ging es Zeit meines Lebens zumindest mir. In der Mathematik geht man sehr oft mit Stecken, Zahlensträngen und Koordinaten um. Wichtig ist hier immer der Beginn, der Bezugspunkt, der Pol oder der Ursprung.


Ein Beispiel zur Logik:
Wenn gesagt wird 'Viertel Sieben' - welche logische Möglichkeiten lässt diese Aussage zu, wenn man den Bezugspunkt 'Sieben' ins nähere Interesse rückt?

Ein Viertel (1. Teil der Aussage) einer Stunde besagt 15 min. Der Bezugspunkt (2. Teil der Aussage) ist die Stundenzahl 'Sieben'.
Die Varianz von 15 min. in Verbindung mit Sieben Uhr lässt grundsätzlich nur zwei logische Möglichkeiten offen:

Es kann mathematisch nur 7 Uhr +/- 15 min. = 6.45 Uhr oder 7.15 Uhr gemeint sein.

Ich kann auch die Kuchenteilung zurate ziehen. Es handelt sich wie oben genannt um die Menge: ein Viertel. Schneide ich ein Viertel eines Kuchenstücks heraus und lege es an den genannten Bezugspunkt Sieben, kann ich das Kuchenstück/Kreissegment aus logischen Gründen nur an zwei Seiten des Uhrkreises um die 'Sieben' heran legen - vor und nach der 'Sieben'.

Gleiches ergibt sich bei 'Dreiviertel Sieben'
Ein Dreiviertel einer Stunde besagt 45 min. Der Bezugspunkt ist die Stundenzahl 'Sieben'.
Die Varianz von 45 min. in Verbindung mit 'Sieben Uhr' lässt auch hier nur zwei Möglichkeiten offen:

Es kann der Logik zufolge nur 6.15 Uhr oder 7.45 Uhr gemeint sein.

Da hier immer zwei logische Varianten möglich sind, fehlt eine eindeutige Erklärung. Und da haben wir den korrekten Umgang mit der deutschen Sprache: die hilfreichen und erklärenden Worte 'vor' und 'nach' = 15 min. vor Sieben oder 15 min. nach Sieben.

Aus diesem Grund kann es nur eine Konsequenz geben: derartige Uhrzeitangaben wie 'Viertel Sieben' gerade aus logischen Gründen zu vermeiden.



Bei der Ost-Südvariante muss eine 'addierende Kuchenteilung' vorausgesetzt werden (was prinzipiell gut ist, da der Zeitstrahl immer nur in eine Richtung zielt) aber es muss ein Bezugspunkt errechnet werden, der eine Stunde vor der angegebenen Zeit liegt. Wird von 'Sieben Uhr' gesprochen, meint der Süd-Ostler Sechs Uhr! Addiert dieser nun die angegebenen Viertel zu der angegebenen Zeit -1 Std. hinzu, erhält er das eigentlich gemeinte Ergebnis.

Beispiel:
Es wird gesagt: 'Viertel Sieben'.
Eine Viertel einer Stunde besagt 15 min.
Der vorverlegte Bezugspunkt ist die angegebene Stundenzahl minus 1 Std., also '7 - 1 = 6'.
Sechste Stunde + 15 min = 6.15 Uhr

Hmmm, da muss man sich doch wirklich fragen, ob das logisch ist, oder?



Ich denke jeder soll seine Uhrzeit so sagen wie er es gewohnt ist. Der eine ist mit der einen Art zu rechnen aufgewachsen und findet die gewohnte Denkweise ansprechend, der Norddeutsche sagt es eben mathematisch logisch und sprachlich korrekt, aber dafür kann er sich auch nichts kaufen :-))))

Aber es ist doch schön zu wissen, das alle 'Halb Sieben' sagen und jeder weiß was hier gemeint ist. Der Ost-Südler handhabt es wie immer und denkt sich die '1/2 Std. nach Sechs', der Norddeutsche denkt sich die '1/2 Std. vor Sieben'. Und zufällig passt es. Ist doch ein Anfang !
Außerdem bleibt jedem bei einer Uhrzeit von beispielsweise 6.21 Uhr kaum eine andere Wahl übrig, als die Zahl beim Namen zu nennen, wenn er sich nicht in fiesen Brüchen verstricken will. :-)))



Schöne Grüße aus dem Norden ....

Matthias

(gewidmet meiner geliebten Lorryan)

Hallo Matthias,
las gerade deinen Beitrag und fand ihn sehr interessant, zugegebenermaßen auch amüsant, zumindest in seiner Schlussfolgerung.
Jedenfalls äußert du dich auf einer Ebene die meinem Verständnis des Ganzen sehr entgegen kommt.

Um es dabei doch ein wenig kürzer zu machen...
Du hast mit deiner Analyse durchweg recht. Welche sich dabei weit anschaulicher darstellt, als ich auf dieser Seite vermag habe, den Sachverhalt darzulegen.
Mein Ansatz, zumindest auf der ersten Seite, in seiner punktuellen, verkürzten Darstellung war/ist doch provozierend angedacht. Aber eben auch, meiner Meinung nach, auf den Punkt gebracht. Den Punkt den ich gleich ausführen möchte, und der mich wie erwähnt, amüsieren ließ.

Aber der Seite "Warum das Ganze" mit seinen näheren, aber vielleicht auch unvollständigen Erläuterungen des Sachverhalts, könnte deine Ausführung zu Gute kommen.

Um auf die kleine Ungereimtheit zu kommen, die mich amüsieren lässt... (soll keineswegs arrogant gemeint sein, ich amüsiere mich sehr gerne auch über mich ;))

Die Süddeutsche-Ost Variante hat sich dahingehend geeinigt das "unlogische" (-1) an Stunden abzuziehen. Den Bezugspunkt auf die Sieben festzulegen. (Viertel Sieben / ...von 7)

Da haben sich die Norddeutschen augenscheinlich einen Hauch "logischer" entschieden, den Bezugspunkt 6 zu wählen.

Doch wie du zum Schluss deines Postings selbst feststellst: "der Norddeutsche denkt sich die '1/2 Std. vor Sieben'". Weil plötzlich das augenscheinlich logischere Prinzip bei Halb in eine "Falle führt" und somit einen Wechsel anscheinend erzwingt. Man könnte diesen Wechsel durchaus vermeiden und das Prinzip der Angabe auch bei "Halb Sieben" eben durch Halb nach 6" beibehalten. Tut man aber nicht! Warum auch immer...

Da stellt sich in der Frage des Logischeren, ob eine Festlegung auf einen Bezugspunkt in der Zukunft (und damit einhergehned eine -1 in der Gleichung) nicht "weniger" unlogisch ist, als zwar einen natürlicher wirkenden Bezugspunkt (da dem Verstande "realer" erscheinend, also ein verständlicheres Zeitempfinden (Zeitstrahl)), aber eben einen Bruch in der durchgehenden Verwendung der selben logischen Ausdrucksweise der Uhrzeit. Wie eben erläutert, gerade bzgl. des Bezugspunkts zu sehen, bei eben diesem "Halb Sieben" Uhr. Aber auch bei "Viertel vor Sieben".

Eben der Wechsel bei Halb des Bezugspunkts zeigt eine Inkonsequenz auf, die ich bei der Süd-Ost-Variante nicht sehe.

Dem offizielen Konsens, die Süd-Ost-Variante sei "unlogischer", die Norddeutsche die "Richtigere", kann ich mich nach meinem mathematischen Verständniss/Gefühl, wie erläutert nicht anschließen, was vor Jahren der Beweggrund zu dieser Seite war.

Aber auch nicht so ernst gemeint, wie es vielleicht scheint. Denn in dieser Sache, wie letzten Endes in allen Gegebenheiten, gibt es kein richtig oder falsch.

Denn die Vielfalt in der Sache der Natur,
oder Natur der Sache, vervielfältigt ungemein ;)

Danke für deinen Beitrag.
War mal wieder eine Gelegenheit.
Gruß an Lorryan ;)




20 Juli 2009 - 17:24

Magdeburg

Vio  Email


Hallo,

auch ich möchte mich mal kurz zu den Gegebenheiten der Uhrzeitsprachweise äußern. Ich habe nicht die Zeit gefunden alle Beiträge hier zu lesen, dennoch das Gröbste zu erfassen.

Die Hompage gefällt mir da sich mit diesem Thema kaum jemand befasst, mir das allerdings schon langeein Dorn im Auge ist.

Zum Thema:
wie schon festgestellt betrifft die Trennung nicht nur Nord und Süd sondern "eher" Ost und West. Nun las ich unter den Beiträgen teils Argumente wie "die Dreiviertel Variante sei unlogisch" und "man sollte sich auf die "Viertel Vor" einigen. Ich belächele ein jedesmal solche Aussagen und kann nur sagen das wenn man sich das ganze in der tat "Logisch" aufbaut, ist die Viertel-Halb-Dreiviertel Variante immernoch die mathematisch richtigste ist (mittlerweile auch schon erwiesen). Betrachte man sich den umstand der Sprachweise Zeiten Vor und Nach zu rechnen und dabei entgegen der Tortendiagrammweise trotz vorhandenem "Halb" das Vierteln und Dreivierteln außer Acht zu lassen, ergibt sich hier eine irreführende Komp lexität (spamschutz erlaubt kein p l).
Ein weiteres Argument zum Dreiviertel: Das Viertel-Halb-Dreiviertel bezeugt vom Lernen an schon das Verstehen der Uhrzeit von seiner Grunstruktur. Beweise hierfür finden sich schon darin das Jeder der die Dreiviertel Variante nutzt und beherrscht, problemfrei auch die "Viertel-Vor" und "Viertel-Nach" Variante versteht (das im übrigen ist auch das wissenschaftliche Argument wieso die Dreiviertel Variante als richtig bewertet wurde).

Ein guter Freund und ich haben sich aus der Sache einen Spass gemacht und Dritteln zusätzlich noch die Zeit (Drittel Zwölf = 11:20, Zweidrittel Zwölf = 11:40). Was als Spass begann bewies später nun auch die "korrektheit" der Dreiviertel Variante, denn jeder der das Dreiviertel Format nutzte, verstand auch nach kurzem überlegen das Dritteln.

Meine Studie wendet sich also nicht an die "Einfachheit" der Sprachweisen sondern an das "Verstehen" von Systemen und Strukturen, und das auch schon im Kindesalter. Und anhand der mathematischen oder Physikalischen Strukturen und Systeme ist das VIERTELN, HALBIEREN und DREIVIERTELN immernoch das Logischste.

MfG Vio

Hallo Vio, ich sehe du hast verstanden ;)
Jedenfalls liest es sich für mich so, dass du meiner Argumentation einen Post über deinem bestimmt zustimmen wirst... Wie ich übrigens auch deinem...




17 Juli 2009 - 21:12

Lidia


Aber ich weiß endlich, was „ Drei Viertel sieben“ bedeutet :)

Na, endlich mal jemand ;)




17 Juli 2009 - 21:08

Lidia


Hallo Ron!
Vielen Dank für Deine Antwort.
Meine Oma ist 1907 in Polen geboren. Damals gehört aber dieses Teil zu deutschen Reich. Es ist möglich, dass ein Beamte Probleme in Deutsch hatte und den Fehler machte.
Herzlichen Gruß
Lidia

Bitte schön. Gern geschehen.
Auch wenn ich nur eine Vermutung äußern konnte.




15 Juli 2009 - 15:01

Lidia


Hallo!
Ich komme aus Polen, aber lerne und spreche Deutsch. Neulich habe ich die Geburtsurkunde meiner Oma gefunden.
Sie ist am Nachmittag um "sieben ein halb Uhr" geboren.
Was bedeutet das? Kann jemand helfen?
Ich glaube - 18.30. Aber vielleicht geht es um 19.30 ??

Hallo Linda,
auch ich kann nur vermuten, da ich diese Variante noch nicht gehört habe. Vielleicht war derjenige, der diese Uhrzeit in die Geburtsurkunde eingetragen hat, der deutschen Sprache nicht ganz mächtig?

"sieben ein halb Uhr", in der Kombination mit Nachmittag, lässt mich 18:30 Uhr priorisieren. "Sieben ein halb Uhr" würde ich normalerweise aber mit Sieben "+" halb interpretieren, also 19:30...
Tut mir leid, wenn ich Dir nicht wirklich weiter helfen kann....
Gruß Ron




25 Juni 2009 - 20:12

Laura


ich habs immernoch nicht verstanden.




20 Juni 2009 - 19:58

Kiel

Björn


Jens hat es schon ganz gut kommentiert.

Dazu möchte ich nur eins noch anmerken:
Jeder kann ja ruhig sein erlerntes System nutzen, solange er sich mit seinen Mitmenschen verständigen kann.
Eine Analogie: Solange ich in Deutschland bin, spreche ich deutsch. Wenn ich nun aber zum Beispiel in England bin, kann ich nicht erwarten, daß die Engländer deutsch lernen.

Zur Homepage:
Ich begrüße es, wenn Leute ihre Meinung nach aussen vertreten. Und wenn dann auch noch eine P lattform zum diskutieren bereitgestellt wird, ist es noch besser. Die Hintergrundfarbe mag zwar nicht jeden Geschmack treffen, trotzdem von mir einen fetten Daumen nach oben.

Äh, kleiner Nachtrag: dein Spamschutz scheint etwas zu streng zu sein, ich bin grad am überlegen und probieren, was er an meinem Beitrag nicht mag.

Fehler gefunden: P lattform darf nicht zusammen geschrieben werden.

Verzeih, dass mein unausgegorener Spamschutz dich die Nadel im Heuhaufen suchen hat lassen. Ich muss das mal professioneller umsetzen, was ich bei Gelegenheit auch tun werde. (Mit einer Abfrage beim Abschicken)
Ohne geht es leider nicht, sonst bekommt man hunderte Emails täglich mit Viagra-, Porn- und Pokerlinks...




25 Mai 2009 - 22:33

DJ


Ich verzweifel regelmäßig an diesem viertel drei-viertel Gequatsche. Meine Verwandtscahft scheint sich einen Spaß draus zu machen aber selbst meine Leutz versteh ich teilweise nicht. Irgendwann find ich dann an es doch noch zu lernen, frag aber regelmäßig bei meinen Ellis nach .
Bei uns haben se es in der Grundschule schon falsch erklärt ... naja Bildungswüste Deutschland eben!




05 Mai 2009 - 14:16

Jens


Hallo!

Ich komme aus der Nähe von Hannover und benutze dementsprechend auch die "Viertel-nach-Variante". Ich finde die Diskussion über die verschiedenen Sprechweisen immer wieder unterhaltlsam und diese Seite ganz nett. Allerdings finde ich, dass die "Nord-West" Variante zu unfair behandelt, weil der Anschein vermittelt wird, sie sei unlogisch. Gerade weil auf der Startseite das Wort 'mathematisch' in Verbindung mit dem anderen System verwendet wird, habe ich gestutzt.
Ich empfinde gerade die "Nord-West" Variante als Analogie zum mathematischen Runden: alles bis zur Hälfte wird 'abgerundet', also hier der vorigen Stunde zugeordnet (5 nach sechs, 20 nach sechs, viertel nach sechs etc). Entsprechend wird ab (und inklusive) der Hälfte 'aufgerundet', also in unserem Fall der kommenden Stunde zugeordnet.

Ich denke, dass beiden Varianten eine einfache und nachvollziehbare Logik zugrunde liegt. Das Problem, dass man als Bayer im Norden nicht verstanden wird liegt m.E. einfach daran, dass es für viele einfach nicht intuitiv ist, das erste Viertel einer Stunde bereits der folgenden Stunde (die ja noch eine 3/4-Stunde weg ist) zuzuordnen.

Was mich jetzt mal interessieren würde:
Ich sage z.B. "drei nach sechs" und meine 18:03 Uhr, was konsistent mit 'meinem' System ist. Wie sagt man das in Bayern? Konsequent wäre dann ja etwas wie "drei sieben" oder gar "3/60 sieben" ;)

Viele Grüße,
Jens




27 März 2009 - 20:38

Freyburg

Devellinchen


Hallo,

Ich bin aus der Region Hannover und vor etwa 8 Jahren nach Freyburg gezogen (ja ja die Liebe ;-))
Hannoveraner sind immer sehr stolz und behaupten von sich, sie seine die einzigen (schmunzel) die Hochdeutschsprechen.
Das lass ich jetz einfach mal so stehen.

Als ich hier her kam hatte ich einige sprachproblem...und ja die Uhrzeit war ein größeres Problem.
Als unser erster Sohn (ja ein WOSSI) zu der ersten Untersuchung beim Kinderarzt war, sagte mir die Schwester, das unser nächster Termin am Mittwoch, virtel elf ist.

Ich kämpfte sowieso schon sehr mit der Sprache (habe bis heute nich verstanden was das Wort "Schnirps" mit Karotten zu tun hat) also fragte ich auf dem Heimweg meinen Mann, der wieder nur mit halben Ohr zuhörte (aber das hat jetz echt nix mit kuchen zu tun...ist nur ein Sprichwort).
Jedenfals dachte ich die gute Frau, so wie alle anderen in dieser Region, jedenfals für mich, ließ nur das Wörtchen "nach" in der Zeitangabe weg.
Ich stand also Pünktlich 11.15 Uhr in der Praxis und wurde etwas naserümpfend Empfangen "Sie sind aber Spät."
Seither lasse ich mir den Termin lieber aufschreiben.

Sprachprobleme hatte ich viele.
Was die Uhr mit einem Kuchen zu tun hat, und warum der kuchen nach der vollen stunde und nicht nach der abgelaufenen stunde benannt wird ist mir immernoch vollkommen schleierhaft.
Aber ich habe mich dran gewöhnt (na ja ich bemühe mich)


So gesehen ist es vieleicht mal an der Zeit das jemand eine Gebrauchsanleitung oder besser noch ein Übersetzungsbuch anlegt (schmunzel)

aber noch so ein schönes Beispiel:

Meine Schwiegermutte (eigentlich Thüringerin)sagte: "hol doch mal bitte schnell meinen Kliselheben her."

Ich wollte nich schon wieder nachfragen, hatte ja auch immernoch damit zu kämpfen, wie mir erklärt wurde das ja Karotten schnirpsen beim essen, also dachte ich kurz nach.

Ein Heber. Sowas wie ein Tortenheber vielleicht. Also ging ich in die Küche, nicht weiter drüber nachdenkend das weder Kuchen da war, noch das es grade keine Kaffeezeit war, und öffnete die Besteckschublade.
Meine Schwiegermutter konnte sich vor Lachen nicht mehr auf den beinen halten und musste sich setzen.
"Wo habt ihr denn in Niedersachsen die BH`s? " fragte sie.
Ich konnte nur noch etwas hilflos zurückschauen und musste selber lachen.
Aber einmal sah mich auch eine Dame hier etwas komisch an.
Ich ging in einen Fleischerladen hinein.
Ich sagte: "Ein Pfund Mett bitte."
Eigentlich eine deutliche Bestellung für mich.
Sie sah mich so ratlos, und auch Wortlos an das ich hilfesuchend meinen Mann rief.
"Wir wollen 500g Gehaktes" sagte er. Die Dame lächelte und packte ein Pfund Mett ein.

Mittlerweile frage ich kaum noch nach.
Na gut, wenn so interesante aussagen kommen, wie "PA-Unterricht" steh ich immernoch fragend da. (das war sowas wie AWL mit Praktikumsp latz)

Mir würde es gefallen wenn ihr die Seite etwas erweitern könntet und ein paar übersetzungen mit hinein nehmt.
Vieleicht findet sich ja irgendwo jemand der mir sagen kann was "schnirps" eigentlich ist.
Aber wenigstens weiß ich jetz was ein Klieselheber und was ein Mutschekiepchen (Marienkäfer) ist.
Ist doch schon ein Anfang =)

warum nicht????

Ein netter Einblick, danke.

Zu deinem Wunsch, bzgl. Übersetzung (schnirps etc.)
Auf der Seite "Warum das Ganze" verweise ich auf einen Sprachprofessor, der sich ausgiebig mit Sprach-/Dialekt-Varianten befasst und mittlerweile mehrere interessante Umfragen diesbezüglich erhoben und analysiert hat...

Phil.-Hist. Fakultät / Umfragen zum regionalen Sprachgebrauch

Neuste Umfrage

Lieben Gruß Ronald




25 März 2009 - 09:16

München

salzkind


Hallo zusammen,

ich möchte hier nur kurz anmerken, dass ich als Schleswig-Holsteiner mittlerweile 3 Jahre in München lebe und mit beiden Varianten klar komme! Natürlich benutze ich die viertel nach/viertel vor - Variante, da ich damit aufgewachsen bin. Ich habe aber keine Probleme mit der Süd/ostdeutschen Variante viertel/dreiviertel! Wieso auch?
Als ich diese Zeitangabe zum ersten Mal hörte, habe ich es mir kurz erklären lassen und fertig. Beide Varianten sind logisch und verständlich. Es ist einfach nur Gewohnheitssache.
Kann deshalb nicht nachvollziehen, warum einige deswegen so einen Terz machen.
Trotzdem ist diese Seite eine tolle Idee.

Hool di fuchtig!




18 März 2009 - 12:17

Hamburg

Schuffel


Bin durch einen Zufall auf diese Seite gestossen.

Also, ich bin mal von Ost nach West gezogen, musste mich auch daran gewöhnen, viertel vor, viertel nach usw. zu deuten.

Was mich daran früher eigendlich nur gestört hat war, dass die "Wessis" (sie sagen ja auch "Ossis zu uns)es einfach nicht begreifen wollten oder begreifen konnten.

Wenn mir dann mal einer dumm kam, habe ich auf die Uhr geschaut, (es war zB. 06:27 Uhr) und ihm dann gesagt, ja ja, es ist jetzt Drei-vor-Halb-vor-Sieben, oder Zwölf-nach-Fünfzehn-nach-Sechs, oder Siebenundzwanzig-nach-Sechs-vor-Sieben usw.

Das Thema könnte man jetzt noch weiter ausweiten, warum sagen denn die Norddeutschen "Frikadelle", Berliner "Boulette", weiss jetzt nicht wer "Klops" sagt.

Dann geht's noch weiter mit Brötchen, Schrippe, Semmel.....

Also, in diesem Sinne, Schnuffel

PS.Es ist gerade Fünf-vor-Viertel-nach-Zwölf bzw.
Fünf-vor-Viertel-vor-Halb-vor-Dreizehn(Eins)

Und nach dem Alles geschrieben ist, bereits 12:16 Uhr




07 März 2009 - 17:26

catulus  
www.blogigo.de/thueringen_im_sueden
Email


Hmmm...

Statt sich zu freuen, als Thüringer die süddeutsche Variante zu sprechen, identifizieren sich hier doch zwei oder drei Thüringer mit einer anderen Himmelsrichtung.

Daher nochmal kurz von mir, einem 32jährigen aus einer Thüringischen Kleinstadt ( Provinz ):

Die Nord-Süd-Sichtweise gefällt mir persönlich ganz gut, weil sie meiner weltanschauulichen Position sehr nah kommt. Niemand muss sich mit der Vergangenheit ( kurze Periode dt. Teilung ) heute noch identifizieren. Ich mach das jedenfalls schon mal nicht.

Also darf ich auch Dreiviertel Sieben sagen und auf Baden-Württemberg und Bayern verweisen, die zu der gleichen Region zählen wie mein Thüringen. Yeah!

Interessante Perspektive.
Der Ansatz gefällt mir. ;)




13 Februar 2009 - 00:53

Ralf  Email


Hallo
auch ich habe beide Seiten kennengelernt.
Für mich ist das viertel/ dreiviertel logischer, wie beim Kuchen.
Kann das aber nicht andere Ursachen haben?
Ältere Mitmenschen haben mir gesagt, das vor dem 2. Weltkrieg man hier( im Westen) auch dreiviertel gesagt hat.
Kann es sein, das die Zeitangabe sich durch die Alliierten geändert hat?
Die Engländer sagen das doch so soweit ich mein englisch beherrsche.
Aber man soll das alles nicht so dramatisieren.
Wenn ich im Osten(Thüringen)sage ich eben dreiviertel 4, hier eben viertel vor 4.
Wichtig ist aber, das keiner zu spät kommt und darauf kommt es doch an.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf
PS:
Kaffeezeit ist und bleibt aber immer noch halb 4 oder 15:30 Uhr und gegessen wird halb 1 oder 12.30--wenn es die Zeit erlaubt




07 Februar 2009 - 14:52

Essen

Daniela  Email


Hallo,

bin durch Zufall auf deine Seite gestossen. Und muß sagen, ich find die einfach toll.
Bisher war für mich die Zeitangabe viertel 7 immer ein Böhmisches Dorf.
Durch dich hab ich endlich kapiert was gemeint ist.
Und die Einteilung mit dem Kuchen ist sogar was für Mathemuffel.

Gruß

Daniela

Danke für dein Lob...




04 Februar 2009 - 20:58

Wolfsburg

Exilthüringer


Ich lach mich tot. Vielleicht sind Engländer, Italiener und so ähnlich ein Maßstab. Sagen die etwa einundzwanzig? Ab heute sagt jeder der viertel nach das Wetter auf ARD guggt "zwanzigeins, zwanzizwei...vierzig viertausend dreihundert neunzig zwei"(44392)!!!!

Und außerdem ist "dreiviertel" viel einfacher von "viertel" zu unterscheiden als "viertel vor" von "viertel nach". Besonders wenn es schnell geht oder undeutlich wird. Aber das passiert ja meinen norddeutschen Freunden nicht. Hauptsache ihr sitzt mal nicht vor einer viertel vor leeren Flasche Bier.

Und wer sich was von Engländern abguggt endet als Geisterfahrer und dann entscheidet Darwin wieder mit.

Bis halb vor um!

P.S. Das mit der PISA Verteilung ist ein sehr guter Maßstab. Also wer gerade denkt, dass ich unrecht habe sollte mal überlegen, wo er zu Schule gegangen ist.




01 Februar 2009 - 14:00

Herne

LuckyLu  Email


Ich möchte dem kleinen Hobbit Conny aus BruchTAL zustimmen,
denn wir sollten uns auf die Variante, die alle verstehen, einigen. Ja sicher es ist immer das niedrigste Niveau, damit
es ALLE verstehen, aber egal und wenn wir schon dabei sind, bitte für mich auch die Artikel einfacher schreiben, damit sie alle verstehen, also auch keine Fremdwörter bitte und eben keine so schwierigen mathematischen Probleme wie: ein viertel 1/4, zweiviertel=ein halb 1/2 oder gar uiuiui drei
viertel 3/4....
hier möchte der Schreiber jetzt gern abbrechen, denn es wird zu schwierig und er hat Angst sich zu verhäddern.....

..sollte jemand diese kleine sarkastischen Ironie nicht verstehen, besteht die Möglichkeit einer Beschädigung seiner vorderen Gehirnlappen...

Gruss LuLu




26 Januar 2009 - 14:47

bruchsal

Conny


Tja, nun hab ich mich furchtbar angestrengt, meinem Sohn die Uhrzeit r i c h t i g beizubringen (für mich die Viertel vor Sieben Variante), um heute mitgeteilt zu bekommen, dass er morgen in der Schule die "süddeutsche"??? Variante erklärt bekommt!!! :-(
Auch ich finde die Viertelsieben unlogisch obwohl ich aus dem Süden komme!
Ich fände es an der Zeit, endlich auf einen Nenner zu kommen, als ewig rumzudiskutieren! Und das kann nur funktionieren, wenn es jeder versteht! Viertel vor sieben
( oder 6:45) ist logisch und es wird überall verstanden! Viertelsieben führt häufig zu Missverständnissen und alle Erklärungen dazu sind Rumdeuteleien weil unlogisch!
Das ist wie Hochdeutsch und Dialekt! Tut's denn wirklich weh sich für seine Mitmenschen verständlich auszudrücken?




22 Januar 2009 - 15:09

Sachsen-Anhalt

abq


Ich finde dieses Forum sehr interessant und frage mich schon seit geraumer Zeit, woher die Unterschiede in der Sprechweise der Uhrzeit stammen. Das auch unsere österreichischen Brüder und Schwestern mit diesem Phänomen konfrontiert werden zeigt, dass es kein Ost-West-Phänomen ist. Die scheinbar deutliche geografische Zweiteilung der Sprechweisen - von der Vermischung durch Ab- oder Zuwanderung von Bevölkerungsteilen abgesehen - in Ost und West wirft Fragen nach den Ursachen auf.
Diese Seite und auch die weiterführenden Links geben diesbezüglich leider keine klare Antwort darauf, warum sprachraumübergreifend zwei Systeme nebeneinander existieren.
Ich selbst stamme aus Sachsen-Anhalt und bevorzuge daher die Viertel-/Dreiviertel-Variante.
In Frankfurt/Main versteht mich damit so gut wie Niemand. Ich habe das System jedoch mehrfach explizit erklärt es aber so gut wie keinem Zeitgenossen hier verständlich machen können.
Meiner Meinung nach ist die Viertel-/Dreiviertel-Variante besser als die Viertel vor oder nach Variante, da sie einfach kürzer ist. Es ist ein Unterschied ob ich viertel nach neun sage oder viertel zehn.
Die häufig strikte Ablehnung der Dreiviertel-/viertel-Variante finde ich bedauerlich. Ich werde meine Sprechweise diesbezüglich aber nicht ändern, da mir die Viertel vor und nach Variante einfach nicht zusagt. Ich übersetze aber gern in die ungeliebte Sprechvariante.




21 Januar 2009 - 02:26

Alex


Um Mißverständnisse auszuräumen: Dreiviertel sieben bedeutet 1,2,3 Viertel der Stunde 7. Das heißt es sind erst drei viertel das heißt 45 Minuten (3 x 15 Minuten) der Stunde 7 vergangen. Dreiviertel sieben ist somit viertel vor sieben.
Ich glaube das große Mißverständnis der Viertel vor und nach Sprecher ist, dass sie viertel oder dreiviertel immer zu der angegebenen Stunde hinzurechnen statt es von dieser abzuziehen. Das Kuchenmodell ist übrigens bestens geeignet, um diese Sprechweise zu verstehen.




05 Januar 2009 - 11:11

frangn


@ Sandro

Sechs setzen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Du hast doch völlig das Thema verfehlt.

Übrigens würde es 5 Uhr 38 heißen.




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319 Beiträge...


Links zum Thema zeit im weitläufigeren Sinne Weiterführende und kuriose Links zum Thema Uhr und Zeit

Weitere Erläuterung der Dreiviertel-Uhrzeit-Problematik Dreiviertel-Viertel-Uhrzeit-Karte

Weitere Erläuterung der Dreiviertel-Uhrzeit-Problematik Warum das Ganze?

Dreiviertel-Viertel Sieben Uhr in 30 sec. erklärt zur Startseite






Idee und Umsetzung:
Ronald Beaugeois (Impressum / Kontaktformular),
Mitverantwortlich bei Polimorf und Bloer
für Ideen, Design, Konzeption und Umsetzung.

...der aus dem Süden in den Norden gezogen ist,
und die Herausforderung gesucht hat,
eine Seite in hässlichem Rot zu machen.


Meine Referenzen in Sachen Web, Print und Design www.beaugeois.de

Headquarter www.polimorf.de

Shirt-stories www.bloer.de




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